5. November 2012

Sinnlose News

 

Ich will hier keine Gratiszeitungen anprangern, das will ich schon mal gesagt haben. Mir ist es egal ob man seinen "Blick am Abend" mal für "20 Minuten" durch eine Gratiszeitung schweifen lässt. Aber brauchen wir das wirklich? Wäre die Tramfahrt am Morgen ohne kostenlose News-Blätter wirklich nicht zu ertragen? Und was haben wir davon, wenn wir diese paar Seiten verschlingen? Sind wir wirklich gescheiter, wenn wir wissen, dass Apple nun noch eine Kleinversion des iPads heraus bringt. Ist das wirklich eine "News" oder ist es in Wirklichkeit nicht Werbung, die als "News" getarnt ist? Und wenn wir mal ganz ehrlich sind. Das, was am Morgen da in dieser kostenlosen Papierverschwendung steht, sind ja eigentlich nur Mitteilungen, die wir am Vorabend bereits als "Newsflash" auf das Handy bekommen haben, oder Geschehnisse, die uns die geschniegelten  Tagesschau-Moderatoren bereits ausführlich und brühwarm serviert haben. Und wenn wir dann am Abend wieder in den Gratisstapel greifen, lesen wir Meldungen, die wir im laufe des Tages bereits schon gehört, oder selber irgendwo anders gelesen haben. So müllen wir uns täglich mit immer den gleichen Neuigkeiten zu. Bekommen mehrfach am Tag zu lesen, dass das Gripen-Flugzeug doch besser fliegen würde als erwartet. WOW! Was für eine Meldung! Ein Flugzeug kann fliegen. Und am selben Tag können wir dann am Abend das Gleiche nochmals reinziehen, einfach anders formuliert und aufgepeppt und erfahren so, dass das selbe Flugzeug in der Luft viel wendiger sei. Und beim Abendessen können wir uns dann die Neuigkeiten des Tages erzählen: "Wusstest du dass der Gripen...?" Und die Frau antwortet dann: "Ja ich habs auch gelesen!" Und so erleben wir Tag für Tag wertvolle Gespräche. Den Gratiszeitungen sei Dank!

 

 

12. November 2012

Schoko-Hasen

 

Wissen Sie was mich erschreckt? Ich bin mir sicher, würde ich heute in irgend einen grösseren Supermarkt gehen und fragen: "Hätten Sie mir einen Schokoladen-Osterhasen?" wäre die Antwort sicherlich: "Moment ich hole Ihnen einen aus dem Lagerraum!" Seit Oktober stehen ja bereits die Weihnachtsdekorationen zum Verkauf. Auch bekommt man schon lange "Bruuntzli" und "Meiländerli", so dass ich jetzt schon das Gefühl habe, Weihnachten ist seit zwei Wochen vorbei. Da hat man ja keine Chance mehr, sich langsam in die Jahreszeiten rein zu leben. Nach der Herbstmesse werden oft auch schon die "Fasnachtskiechli" zu hohen Türmen in den Läden aufgeschichtet. Dort wo das "Maagenbrot" stand – das ist ja nun wieder weg, da die Herbstmesse vorbei ist. Und dort wo noch die Weihnachtsguetzli und die Christbaumkugeln stehen, kommen dann am 27. Dezember die Osterhasen aus Schokolade zum Stehen. Für mich völliger Schwachsinn. Ich habe mal darüber mit jemandem aus der Teppichetage eines Grossverteilers gesprochen. Die Antwort auf meine Frage, warum man denn schon vor der Herbstmesse die Weihnachtssachen in die Läden räumt war: "Der Kunde wünscht es so!" Super Ausrede, oder? "Der Kunde wünscht es so!" Das versuche ich mal bei meinem nächsten Einkauf. Ich reisse eine Packung auf und koste davon, um es danach wieder ins Regal zu stellen. Wenn ich dann vom Personal angesprochen werde, dann sage ich einfach: "Der Kunde wünscht es so!" Die wissen doch gar nicht, was ihre Kunden wirklich wünschen. Wir Kunden wollen keine Sammelmarken, keine Lebensmittel die vielmal verpackt sind, keine misslaunigen Kassiererinnen, keine Osterfladen im Sommer, keine Weihnachtskugeln im September. Wir wollen einfach nur einkaufen. Und zwar das, was gerade aktuell ist. Also auch keine Tomaten im Winter und Marroni im Sommer. Aber leider ist es eben so, dass es Kunden gibt, die alles kaufen sobald es zum Verkauf angeboten wird. Die würden auch Osterhasen im August kaufen und dann könnte die Managementetage wieder behaupten: "Der Kunde wünscht es so!"

 

 

19. November 2012

Vegetarier

 

Meine Nichte fragte mich unlängst: "Vegetarier, kommt das von vegetieren?" Irgendwie hat sie ja nicht unrecht. Menschen, die sich ausschliesslich von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren, vegetieren tatsächlich etwas vor sich hin, denn ihnen entgeht die echte fleischliche Lust. Nur auf Fleisch zu verzichten, das geht ja irgendwie noch. Aber es gibt da ja regelrechte Auswüchse. Es gibt Vegetarier – die nennt man dann Veganer – die nichts essen, was von einem Tier stammt. Also auch Honig. Oder Kaviar. Oder spanische Nierchen. Die ganz extremen Veganer tragen nicht mal Kleidungsstücke aus Leder – stammt ja auch vom Tier. Wie es sich mit Seide verhält weiss ich nicht, aber streng genommen dürften die auch keine Seidenschals tragen, denn Seide verdanken wir einer Raupe. Dafür tragen sie dann billige Baumwoll-T-Shirts aus Kinderarbeit. Besser ein Kind schuftet sich zum Krüppel als das ein armes Tier dafür herhalten musste. Dann gibt es noch die Vegetarier, die nur Rohkost zu sich nehmen. Alles was erhitzt wurde ist verboten.  Die duschen vermutlich am Morgen auch nur mit kaltem Wasser. Und dann gibt es noch die Veganer, die sich eigentlich Frutarier nennen. Die dürfen nichts essen, wofür eine Pflanze sterben musste. Karotten zum Beispiel. Das ist die Pflanze in sich, die stirbt, wenn man sie zum Boden heraus reisst. Äpfel sind wieder OK, da musste kein Baum gefällt werden um diese zu pflücken. So erklärte ich meiner Nichte, die unterschiedlichen Ernährungsformen. Sie hörte mir gebannt zu und sagte zum Schluss: "Ich bin demnach eine Schoktarierin. Ich esse nur Sachen mit Schokolade darin!"

 

 

26. November 2012

Wunderheilmittel

 

Was tun Sie wenn Sie Schmerzen haben? Wenn der Rücken kneift, oder die Kniegelenke quietschen, dann bleibt Ihnen und mir oft nichts anderes übrig, als in die Apotheke zu humpeln. Dort werden wir dann, von der freundlich lächelnden und weiss beschürzten Kompetenz-Fach-Frau beraten. "Wo tut es denn weh? Seit wann tut es weh? Und wie stark tut es weh?" Die Liste der Fragen könnte ich hier noch unendlich verlängern. Dann greift die immer gut gelaunte und nie kranke Medizin-Dealerin in ein Regal und präsentiert die helfende Salbe. Eine kleine Tube mit einer gelartigen Masse, die man nun dreimal täglich auf die schmerzende Stelle reiben muss. Vorher allerdings sollte man noch bezahlen. Und dabei schmerzt es dann auch noch im Portemonnaie. 65 Franken für ein bisschen Heilung! OK, wenn es hilft, dann ist der Preis auch nicht mehr so wichtig. Man humpelt nach Hause und beginnt, die Problemstelle mit der Wundersalbe zu beschmieren. Das Knie ist nun angeschmiert und irgendwie hat man das Gefühl dass es einem selber auch so geht. Der Schmerz geht nicht weg. Dafür ist schnell von der Salbe nichts mehr da. Die Tube ist ja auch viel zu klein, im Vergleich zu den Schmerzen die man hat. Da kommt man sich doch irgendwie blöd vor, oder nicht? Schauen Sie doch mal Fussball! Sie begreifen nun nicht, warum ich das Thema wechsle? Im Fussball erlebe ich immer wieder wahre Wunder. Da knickt ein Spieler auf dem Platz ein und wendet sich vor Schmerzen im Rasen. Der Teamarzt eilt zum Schwerverletzten und wir erleben live, welche Wunderheilmittel die da verwenden: Wasser! Ja! Hundsgewöhnliches Wasser! Mit einem Schwamm wird der Knöchel, des noch immer winselnden Fussballspielers eingenässt. Ein fragender Blick des Arztes und ein wehleidiges Kopfnicken des Gefoulten später, ist auch schon wieder alles heil! Der Spieler steht auch, humpelt vielleicht noch ein paar Schritte, um Sekunden später wieder neu geboren und schmerzfrei über den Platz zu jagen. Ich hab es auch versucht. Also nicht das Jagen, aber das mit dem Wasser. Aber irgendwie müssen die ein total anderes Wasser benutzen. Ich habe mein Knie täglich sicher zehn Mal mit Wasser eingerieben. Es tut immer noch total weh, dafür ist es nun enorm sauber.