2. Januar 2012

Die guten Vorsätze

 

Nun haben wir den Salat! Das Jahr 2011 ist endlich vorbei, nun kann ja alles nur noch besser werden. Denkste. Während Wochen dürfen wir nun wieder die richtige Jahreszahl üben. Wie viele Male werden wir uns verschreiben, wenn wir irgendwo die Jahreszahl hin kritzeln müssen und aus Gewohnheit 2011 schreiben? Und mit dem Jahreswechsel sind auch die guten Vorsätze wieder zurückgekehrt! Ich habe mir mal eine Liste gemacht, was ich mir dieses Jahr wieder alles vorgenommen habe. Zuoberst auf dem Zettel steht: Die Kolumne schreiben. Dann will ich meiner Frau mehr Zeit widmen, ich will mehr mit meinen Katzen schmusen, will nicht für Unnötiges zu viel Geld ausgeben. Ferner möchte ich mehr auf meine Gesundheit achten. Vielleicht mal wieder ein paar Kilo abnehmen. Etwas Sport trieben steht auch auf der Liste. Mich mehr um mein Götti-Kind kümmern und die Kontakte zu meinen Freunden und Bekannten pflegen. Etwas Geld an die tollen Projekte von gemeinnützigen Institutionen spenden und in den Ferien mal wirklich ausspannen, ohne Handy und Computer. Das Büro will ich auch regelmässiger aufräumen und meiner Frau mehr im Haushalt helfen. Ich will einen Yoga Kurs besuchen, möchte italienisch lernen, mehr schreiben und lernen zu meditieren. Dann würde ich im 2012 auch mal alle Nachbarn persönlich kennen lernen und im Sommer mal so richtig braun werden. Im Rhein will ich auch mal Schwimmen gehen (hab das noch nie gemacht) und einen Knigge Kurs will ich belegen, um meine Umgangsformen zu kultivieren. Ich werde im 2012 auch irgendwo mal einen Baum pflanzen und mit der Bank reden, ob ein Eigenheim für mich und meine Frau im 2012 Wirklichkeit werden könnte. Dann will ich unbedingt mal wieder in den Europa-Park, da war ich schon über zehn Jahren nicht mehr und ich überlege mir, die Haare wieder wachsen zu lassen. Ich will im 2012 auch mal ausprobieren, ob ich in der Lage bin eine Woche ohne Nahrung im Allschwiler Wald zu überleben und ich würde gerne mal eine Partei gründen, die PRO, die Partei für Recht und Ordnung. Ich will mal einen Fallschirmsprung wagen, möchte mal mit einem Rennauto so richtig Gas geben und das Jodeln will ich 2012 lernen. Achja und Steppen will ich auch lernen und Jonglieren und Tangotanzen und..... OK, gehen wir es langsam an. Die Kolumne habe ich ja nun geschrieben. Diesen Vorsatz habe ich in die Tat umgesetzt und den Rest kann ich auch aufs 2013 verschieben! Ein gutes neues Jahr an alle!

 

 

 

9. Januar 2012

Man kann es keinem recht machen

 

Ist ihnen das auch schon aufgefallen? Den Menschen kann man wirklich nichts recht machen. Als es vor der Weihnacht wochenlang trocken war, haben alle gesagt: "Jetzt wäre es dann mal Zeit für etwas Niederschlag!" Nun, da es häufig regnet und in den Bergen der Petrus meterweise Schnee vom Himmel rotzt, fluchen alle: "Also jetzt könnte es dann mal wieder aufhören!" Was auch passiert, es ist nie recht! Als die BaZ am Straucheln war, hörte man so Sätze wie: "Also so eine Traditionszeitung , die muss überleben!" Nun, da das Dasein der Stadtzeitung gesichert ist, passen einem gewisse Nasen nicht und man hört die Selbigen ausrufen: "Ich habe mein Abo abbestellt. So nicht!". Ich gebe zu mir wäre es auch egal, wenn es die BaZ nicht mehr gäbe. Es täte mir zwar sehr leid für alle, die dort ihre Arbeit verrichten. Aber mein Seelenheil würde keinen Schaden erleiden ohne dieses Papierbündel. Unterdessen haben wir ja gleich zwei sehr gute Alternativen zur BaZ. Die Tageswoche und natürlich die BZ. Und als Infojunky habe ich eh vor sieben Uhr am Morgen auf dem iPhone die 20Minuten auswendig gelernt, so dass das was in den Printmedien steht, Nachrichten von Gestern sind. Und dass die BaZ nun auch noch am Sonntag arbeiten muss, finde ich total unnötig. Die Sonntagszeitung ist eh besser und wie heisst es doch so schön: Am siebten Tage sollst Du ruhen! Wenn Sie mich fragen, sollte man sich wieder mal auf die früheren Zeiten zurück besinnen. Da war ein Sonntag noch ein Sonntag. Da war alles zu und keiner hat gearbeitet. OK, der Pfarrer vielleicht, oder die Tramchauffeure, oder die im Spital. Aber Sie wissen was ich meine! Früher konnte man am Sonntag nirgends einkaufen gehen. Da war alles zu! Es gab noch keine Tankstellenshops oder keine Bahnhof-Filiale eines Grossverteilers. Da sollte man an alle die armen Arbeitnehmer denken, die wegen unserer "Ich will alles immer und rund um die Uhr" – Gesellschaft an einem Sonntag arbeiten müssen. Ich finde dies eine Schweinerei! Am Sonntag soll jeder die Beine hochlagern dürfen und das tun, was Politiker die ganze Woche tun; nämlich nichts! Genüsslich im Schaukelstuhl sich und seine Seele baumeln lassen und dazu ein kühles Bier geniessen. Ehm Moment.... "Du Schatz? Haben wir noch Gummibärchen? Nicht? Gehst Du mir bitte am Tankstellenshop welche holen? Danke"! Wo war ich noch gleich... ach ja: Man kann es keinem recht machen!!

 

 

 

16. Januar 2012

Sicher ist sicher

 

Sicherlich, da bin ich mir sicher, ist Ihnen mit Sicherheit Ihre Sicherheit wichtig. Das geht jedem so. Umso erschütterlicher, wenn man in den Medien vernimmt, dass die Menschen sich in Basel nicht mehr sicher fühlen. Warum auch immer. Vielleicht hat man Angst davor, dass ein anderer Mensch das hart ersparte Geld vom Konto raubt. Ich spiele da nicht auf meine Frau an! Ich sage ja immer: Wenn ein Gauner mir mal meine Kreditkarte stiehlt, dann holt er sich bestimmt weniger Geld von meinem Konto als meine Frau! Aber das gehört jetzt nicht hier her – tschuldigung! Die Stadt Basel ist nicht mehr sicher! Das bestätigen zahlreiche Medienberichte und Aussagen von Polizisten. Aber was kann man dagegen tun, oder besser gefragt, wie geht man damit um? Zufällig traf ich heute Morgen im Lift meinen Nachbarn. Er war auf dem Weg zum Briefkasten und erzählte mir, dass er seit Monaten nicht mehr aus dem Haus gehe, da er um seine Sicherheit fürchtet. Er sei nun pensioniert, gesund und wolle dies auch noch lange bleiben! Das ist die Lösung. Wenn man sich draussen nicht mehr sicher sein kann, dann bleibt man eben drinnen. Der Lieferdienst eines Grossverteilers bringt im einmal die Woche alles Lebensnotwendige, erklärte er mir. Via Computer unterhält er Kontakte zu seiner Familie, oder sie kommen ihn besuchen statt umgekehrt. Wenn er was Spezielles einkaufen gehen muss, dann erledigt dies seine Tochter und das TV Programm sei eh besser als die blöden Filme im Kino. Die können sich die Schädel einhauen und rumballern wie sie wollen, das ginge ihn nichts mehr an! Nun sucht er sich nur noch eine junge Frau – seine sei ihm nach 40 Jahren davon gelaufen, weil er nichts mehr unternehmen wollte – und dann könnten sich alle anderen gegenseitig umbringen. Und wenn am Schluss nur noch er und seine neue Freundin übrig blieben, würden sie schon für das Weiterbestehen der Welt sorgen. Er sagte dies, mit einem etwas schlüpfrigen Unterton und stolperte aus dem Lift, strauchelte und fiel voll auf sein Gesicht: Nasenbeinbruch. Nachdem der Arzt dann wieder gegangen war, versprach ich ihm, täglich seine Post auf die Fussmatte vor seine Türe zu legen. Mann weiss ja nie was passieren kann, wenn man die Wohnung verlässt....

 

 

 

23. Januar 2012

Vergesslichkeiten

 

Ich muss Ihnen was ganz wichtiges erzählen. Aber vorher muss ich Ihnen noch berichten, dass ich fast vergessen habe, diese Kolumne zu schreiben. Ich habe zwar ein modernes Handy, in dem ich alle meine Termine eintrage. Leider vergesse ich oft, auf dessen Terminkalender zu schauen. Darum habe ich noch ein kleines Notizbuch bei mir – immer und überall, auch auf dem WC – in welches ich die Sachen eintrage, die ich nicht vergessen darf. Allerdings vergesse ich dieses Büchlein oft zu Hause, so dass ich sicherheitshalber die wichtigen Dinge aus dem Büchlein von Zeit zu Zeit ins Handy übertrage. Das vergesse ich aber auch immer mal wieder. So kann es passieren, dass ich dran denke, in den Handykalender zu schauen. Wenn dort nichts drin steht, dann habe ich vermutlich keinen Termin, oder ich vergas, diesen wichtigen Termin aus dem Büchlein ins Handy zu übertragen. So habe ich gestern Sonntag total verschwitzt, dass ich ja noch eine Kolumne schreiben darf. Das habe ich zwar im Handykalender fix eingetragen, aber am Sonntag kann es passieren, dass ich das Handy links liegen lasse. Damit mir dies nicht mehr passiert, habe ich nun an der Wohnungstüre ein A4-Blatt mit der Aufschrift "KOLUMNE SCHREIBEN" aufgehängt. So werde ich jeden Tag, wenn ich die Wohnung verlasse daran erinnert, dass ich dies auf keinen Fall vergessen darf! Ich hoffe nun, dass ich kommenden Sonntag auch tatsächlich aus dem Haus gehe, denn sonst würde ich diese Erinnerung nicht lesen. So habe ich mir sicherheitshalber in mein Notizbuch reingeschrieben "AM SONNTAG AUF DIE WOHNUNGSTÜRE SCHAUEN". Damit ich aber auch tatsächlich diese Notiz am Sonntag sehe, habe ich mir eben am kommenden Sonntag den Termin "DAS NOTIZBUCH ANSCHAUEN" in den Handykalender geschrieben. So sollte nun nichts mehr schief gehen und ich dürfte so das Kolumne schreiben kommenden Sonntag nicht vergessen. Aber das wollte ich Ihnen gar nicht erzählen. Ich wollte Ihnen was viel wichtigeres schreiben... aber was? Das habe ich vergessen!

 

 

 

30. Januar 2012

Bitte leise!

 

Pscht!! Bitte nicht so laut! Aus Respekt vor der Ruhe des Anderen verhalte ich mich zu Hause eigentlich immer sehr still. Ich höre zum Beispiel nie laute Musik und achte darauf, dass ich leise Musik auch nicht laut höre. Ich habe mir sogar letzte Woche einen neuen Staubsauger gekauft, der bei maximaler Saugkraft noch leiser ist als der alte Staubsauger in der "Schlummer-Funktion". Ich laufe nie mit Schuhen in der Wohnung rum, sondern nur in leisen Socken. Die Stühle haben alle Filzkleber unter den Stuhlbeinen, so dass mein Nachbar unter mir vom Stühle rücken nicht gestört wird. Selbst wenn ich mit meiner Frau wieder mal heftig streiten möchte, vertage ich dies auf die nächsten Ferien, damit unsere Nachbarn störungsfrei unter oder über mir hausen können. Wenn ich auf meinen zahlreichen Instrumenten üben sollte, dann mache ich dies natürlich immer im Proberaum. Und wenn ich Fernsehe, erfolgt dies selbstverständlich immer auf maximal Stufe 5 (von 20), da hört man zwar fast nichts, aber meistens ist das, was sie im TV sagen eh nicht so wichtig. Ich bin also ein ganz leiser Zeitgenosse. Was mich aber nun sehr ärgert ist, dass ich nun den TV sogar auf Stufe 2 schalten muss und er ist immer noch viel zu laut!! Darum eine Bitte an die Organisatoren von Tennistournieren. Das Gestöhne am Frauenfinal in Australien war derart laut, so dass mich mein Nachbar am Samstag im Lift fragte, ob wir auch Liebhaber von Swinger-Treffen wären und eine Party gefeiert hätten. Peinlich...