3. Dezember 2012

Marroni-Gluscht / Maroni-Frust

 

Was gibt es herrlicheres als eine Tüte heisse "Marroni". Diese leckere Baumfrucht, mit dem unvergleichlichen Geschmack. Ich bevorzuge eigentlich immer den selben "Marroni"-Stand. Der am Barfüsserplatz in Basel. Der Verkäufer dort heisst auch Renato und vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber er hat die besten "Marroni". Und wenn ich auf seinen Stand zusteuere, dann begrüsse ich ihn immer mit "Hallo Renato" und als ob es in der Basler Innenstadt ein Echo gäbe schallt es zurück "Hallo Renato". Und er klärte mich auf, dass die Edelkastanie bis ins 19. Jahrhundert in Europa ein Hauptnahrungsmittel war. Geschichte interessiert mich eigentlich nicht sonderlich, aber wenn es ums Essen geht, ist Weiterbildung durchaus angebracht. Zudem sei der Genuss von "Marroni" auch noch gesund. Die hätten viele B-Vitamine drin, allerlei wichtige Säuren, welche die Nerven und den Organismus begünstigen und "Marroni" seien auch gut für die Zähne – auch wenn man sie vor dem Verzehr schält. Ja diese "Marroni" haben es in sich! Darum gönne ich mir eigentlich bei jedem herbstlichen Stadtbesuch eine Tüte davon. Wenn da nicht das Ladenschlussgesetzt wäre! Auch "Marroni"-Verkäufer müssen sich an die Gesetze halten. So ist in der Stadt ab 18.30 Uhr Schluss mit Lustig!! Keine "Marroni" ab 18.30 Uhr!! Vor was hat die Stadt Angst? Dass ein böser Gauner, sich seine Nerven vor einem Überfall mit "Marroni" stärkt? Oder würden diese Kastanienverkäufer den Neid der anderen Läden auf sich ziehen, wenn sie nach 18.30 Uhr noch was verkaufen dürfen? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich weiss nur, dass ich letzte Woche voller Vorfreude meine Ration "Marronivertilgen wollte – aber zu spät war. Ich überlege nun die Stadt Basel zu verklagen! "Marroni" sind gesund! Ich wurde also von der Stadt daran gehindert, etwas für meine Gesundheit zu tun. Frechheit, oder?

 

 

10. Dezember 2012

Freude an der Arbeit

 

Eigentlich ist es ja ein Muss! Ohne Freude geht nichts. Lustlos irgendwelche Tätigkeiten zu verrichten, das bringt nur eines: noch weniger Lust. Wenn ich zu Hause die Wohnung putze und es mich dabei regelrecht – verzeihen Sie den Ausdruck – anscheisst, dann werde ich mich mit dem Staubsauger durch die Räume quälen und das Gefühl bekommen, in einer 30-Zimmer-Villa zu leben. Und so ist es doch auch im Beruf. Man spürt doch die Freude einer Mitarbeiterin in einem Kleiderladen, wenn sie die Kunden mit Freude bedient und berät. Da steigt doch auch gleich die Lust noch was zu kaufen. Dann haben doch alle was davon. Aber leider ist das nicht überall so. Wie oft habe ich es – und Sie bestimmt auch – schon erlebt, in einen Verkaufsladen zu treten und von den Verkäufern regelrecht gemieden zu werden. Als ob ich ein Magnet wäre, minus gepolt. Und alle Verkäufer auch minus gepolte Magnete wären. In solchen Fällen mache ich eine kleine Runde durch den Laden, um dann auch gleich wieder das Weite zu suchen. OK, es gibt Situationen und vielleicht auch Tätigkeiten, die einfach gemacht werden müssen und die nicht sonderlich toll sind. Mein Lehrlingsausbilder aber sagte in solchen Fällen immer: "Wenn es dich anscheisst, dann wird’s nur mühsamer!" Und er hatte recht. Egal was man macht, wenn man es positiv angeht, dann ist auch die mühsamste Arbeit nicht mehr so schlimm. Sagen Sie das mal einem Zollbeamten im deutschen Zollhäuschen! Ich meine dort, wo Sie den Ausfuhrzettel nach einem fahnenfluchtartigen Einkaufstrip nach Deutschland abstempeln lassen. Ich erlebe dort nur frustrierte und abgelöschte Männer in grünen Kleidern. Als ob es vollautomatische Roboter wären, die nur zum Stempeln programmiert worden sind. Ein "Guten Tag" oder ein "Hallo" gehört bei denen nicht zum Repertoire. Ich verlange ja nicht, dass man mich anschaut, und dabei freundlich lächelt. Aber das Abstempeln des Ausfuhrzettels ist für mich immer was total unangenehmes. Vielleicht ist das ja deren Absicht? Die wollen mir so den kostengünstigen Einkauf nur vermiesen! Vielleicht sind die grünen Kleider, die sie tragen gar keine Kleider. Vielleicht haben sich diese bereits grün geärgert, dass wir reichen Schweizer von denen noch die Mehrwertsteuer zurück verlangen. Egal. Sie sollen froh sein, dass sie eine Arbeit haben! Stempeln zu gehen – ohne Job – ist auch nicht lustig!

 

 

17. Dezember 2012

Oh du fröhliche Bakterienzeit

 

"Haaaaatschi!" – Gesundheit! Wie oft sage ich das eigentlich täglich? An allen Ecken treffe ich auf Menschen, mit wundroten Nasen und glasigen Augen. Bei Hunden soll dies bedeuten, dass sie kerngesund sind. Bei uns Menschen bedeutet es das Gegenteil. Die Vorweihnachtszeit bringt mal wieder das, was wir von ihr erwarten: Schlechtes Wetter, mies gelaunte Verkäufer in den Läden und fiese Bakterien. Als Kind schnappte ich das Wort "Bakterie" irgendwo auf und glaubte lange, dass dies der Ausdruck für etwas Gebackenes sei. So freute ich mich immer, wenn wir im Dorfladen einkaufen gingen und ich eine "Bakterie" vom Brotstand bekam. Tatsächlich bekomme ich heute auch noch in den Läden "Bakterien", aber solche, die mir den Appetit verschlagen. Vor einer Woche musste ich in die Stadt. Ich suchte was Bestimmtes und besuchte an die sechs Verkaufsläden. Überall traf ich auf Kunden, die am Husten und Niesen waren. Und wenn sie dies dann wenigstens in ein Taschentuch machen würden, OK. Aber nein, man muss die Menschheit an seiner Erkältung teilhaben lassen und man hustet und niest ungehemmt in die freie Natur raus. Nur blöd, dass ich genau da stehe! So tropft mir nun auch die Nase und ich huste lauter, als der Hund unseres Nachbarn bellen kann. Und dabei trage ich, sobald das Thermometer unter 18 Grad fällt immer Mütze und Schal. Aber gegen die gemeinen Bakterien ist man machtlos. Als ich nun gestern auf ein Tram wartete, stand da eine junge Frau und wartete ebenfalls. Es war nicht mal 5 Grad und sie trug ein kurzes Röckchen ohne Strümpfe, ein Pullöverchen ohne Jacke und Sommerschuhe. Ich schaute sie an und dachte: "Was fängt die sich wohl zuerst ein? Eine Grippe oder einen Mann?" "Haaaaatschi!" – Gesundheit!

 

 

24. Dezember 2012

Weihnacht? Why not?

 

Was machen Sie heute Abend? Darf ich raten? Sie essen Fondue Chinoise, sitzen mit ihrer Familie um einen Tisch, der Weihnachtsbaum funkelt und alle freuen sich auf die Bescherung. So in etwa feiern die meisten am 24. Dezember die Geburt eines kleinen Kindes, von dem man nicht genau weiss, gab es ihn nun wirklich, oder ist er einfach nur "erfunden". Ich wurde katholisch erzogen – ergo – muss ich daran glauben, dass es dieses Wunderkind tatsächlich gab. Trotzdem bin ich mir nicht wirklich sicher. An den "Santiglaus" habe ich auch immer geglaubt und wurde bitter enttäuscht als ich herausfand, dass das ganze nur Theater ist. Oder wie lange war ich der festen Überzeugung, dass ich die Geschenke am 24. Dezember vom "Christkind" bekommen habe, das genau dann, wenn ich mit Papi spazieren ging gekommen ist. In jedem Jahr. Nie konnte ich es dabei ertappen, wie es die Geschenke brachte, bis ich mal meine Mutter ertappte – aus der Traum! Es gab eine Zeit, da war ich sogar so mies drauf, dass ich an gar nichts mehr glaubte. Ich sagte immer: "Wenn ich an Jesus glauben soll, dann kann ich auch an den Froschkönig glauben, denn beides sind nur Märchen!" Also glaubte ich an NICHTS! Und ich kann ihnen sagen, das ist auch nicht besonders hilfreich. Wer an NICHTS glaubt, der glaubt auch nicht an sich! Wenn NICHTS diese Welt erschaffen hat, dann hat NICHTS ja NICHTS erschaffen, oder? Und dann gibt es auch NICHTS! Dies hat mich dann dazu bewogen, wieder an etwas zu glauben. Allerdings nicht an einen Zimmermanns-Sohn oder an jemanden der mir im Jenseits 40 Jungfrauen verspricht. Ich glaube heute vielmehr daran, dass es nicht so relevant ist, was wir glauben oder nicht. Wir sind in dieser Geschichte auch nicht so wichtig und sollten uns nicht zu sehr den Kopf zermürben, zerbrechen oder zerschlagen an was unsere Mitmenschen denn nun glauben sollen. Glauben wir doch einfach an das Gute! Gute Menschen, gute Freunde, gute Zeiten. Und sorgen wir doch einfach dafür, dass die Menschen in unserem Umfeld, denen es momentan vielleicht nicht so gut geht, wieder etwas besser geht. Egal was wir dafür tun und wie wir es tun – aber wir sollten es tun. Und dann ist es doch egal, an was wir heute glauben. Ob an Jesus, an den Froschkönig, ans Christkind und wie sie alle heissen. Die können es sowieso nicht mehr ändern, aber wir...

Schöne Weihnachten!

 

 

31. Dezember 2012

Alle Jahre wieder

 

"Alles Gute"! "Prosit Neujahr!" "Auf ein gutes 2013". Heute werfen wir wieder mit Nettigkeiten um uns. Wie ein durchgeknallter Attentäter ballern wir unsere Glückwünsche in den Ballsaal, egal ob sie ernst gemeint sind oder nur Floskeln. Eigentlich interessiert mich der Jahreswechsel nicht wirklich. Egal ob es nun der 31. Dezember oder der 1. Januar ist, für mich – vermutlich und hoffentlich für die meisten – geht das Leben unverändert weiter. Der Jahreswechsel bringt keine echten Veränderungen. Ich hatte noch nie am 1. Januar plötzlich mehr Geld auf dem Konto, oder wog 5 Kilo weniger. Nein! Das Gegenteil war der Fall. Die einzige Veränderung, die ich spüre und die mich jedes Jahr nervt ist die veränderte Jahreszahl: 2013! Nicht dass ich nun abergläubisch wäre und die 13 mir Gänsehaut ins Genick treibt. Aber wie lange wird es dauern, bis ich mich beim schreiben des Datums nicht verschreibe? Da hadere ich viele Tage nach dem Jahreswechsel damit. Ich bin mir sicher ich werde – obschon ich es ja weiss und mich sogar darauf konzentriere – bis in den Februar hinein noch 2012 schreiben! Das bekomme ich vorher einfach nicht raus. Das hat sich bei mir eingebrannt und bis sich die Zahl 2013 festsetzt, das kann bei mir dauern. Und erst dann habe ich den Jahreswechsel vollzogen. Erst wenn ich, ohne daran denken zu müssen 2013 schreibe, erst dann ist bei mir Neujahr! Prost!