5. September 2011

Die Kassenzettel schlagen zurück!

 

Nein! Ich bin nicht vergesslich! Aber warum beginne ich eigentlich meine Kolumne heute so? Hmm... Weiss nicht. Hab es vergessen. Ach, ja, darum: Sie sind bestimmt meiner Meinung dass MANN beim Einkaufen mal was vergessen kann! Meine Frau versteht das überhaupt nicht. Aber das ist bei uns Männern einfach so. Das ist genetisch vorbestimmt. Da können wir nichts dafür. Das kommt noch aus der Steinzeit, wo wir Männer, als Stammesoberhaupt die Heimathöhle verteidigen mussten. Wo, wenn wir nichts zu Futtern mit brachten, die Zukunft ganzer Sippen in Frage gestellt war. Ja! Das ist noch heute in uns drin. Da kann es schon mal passieren, dass man was Unwichtiges zurück lässt. Aber erklären Sie das mal meiner Frau. Die verdreht jedes Mal wenn ich vom Einkaufen komme die Augen, wenn ich auf ihre Frage: „Hesch dr Kassäbon?“, mit der oben ausgeführten Steinzeiterklärung kontere. Dabei kann sie froh sein habe ich die Kassenquittung im Laden zurück gelassen. Obwohl ich es bisher nicht wusste, geschah dies, vermutlich aus einem steinzeitlichem Instinkt heraus. GREENPEACE veröffentlichte eine Studie, in der Giftstoffe in Kassenbons nachgewiesen wurden! Da kaufe ich immer BIO und werde dann an der Kasse vergiftet. Super! GREENPEACE warnt die Kunden vor den giftigen Substanzen auf den Kassenbons. Bisher brachte mich lediglich die fettgedruckte Zahl  auf der Quittung in Wallung. Nun auch noch das! Meine Frau kann froh sein, dass ich regelmässig den giftigen Papierschnipsel liegen lasse. Das tue ich ja nur zu ihrem Wohl. Und meinem! Oder auch umgekehrt. Die bösen Kassenbons können nämlich Krankheiten auslösen, wie Herzprobleme, Prostataleiden und... ehm... was noch gleich? Hmm.... ach ja: Vergesslichkeit.

 

 

 

12. September 2011

Hilfe! Die Schweizer kommen!

 

Wenn der Euro sinkt, dann steigt des Schweizers Lust auf Einkäufe im nahen Deutschland. Wenn der Euro sinkt, dann sinkt proportional dazu aber auch die Stimmung der Deutschen Detailhändler. Obschon sie dank den Schweizern ihr Geschäft des Lebens machen, sehnen sie sich nach einem Schweizer freien Tag! Unser Geld wollen sie schon, aber bitte nicht an allen Tagen! Ich finde, das geht zu weit! Was fällt uns denn auch ein, in „Drübigen“ einkaufen zu gehen! Nach Borkenkäffer-, Läusen-, Bienen- oder Wespenplage nun die Schweizer-Plage? Die Detailhändler auf der anderen Seite des Schlagbaumes könnten doch an die Türen ihrer Läden - gleich neben dem Aufkleber mit dem Hund „Ich muss draussen bleiben“ - einen Älpler mit Alphorn malen. Dann wäre es klar: Schweizer nicht erwünscht! Gönnen wir den geplagten Deutschen etwas Ruhe von uns. Die meisten „Schwoobe“ aus der Region müssen ja schon jeden Tag in die Schweiz um arbeiten zu gehen. Und wenn wir dann noch jeden Tag zu ihnen rüber fahren, da kommt doch das ganze Gleichgewicht durcheinander. Dann bliebe doch gleich lieber jeder in seinem Land. Aber was fällt uns „Schoggifressern“ überhaupt ein? Es ist ja schon sehr unverschämt von uns, dass wir unser hart verdientes Geld in Euros wechseln, um diese dann den „Spätzleschabern“ in den Rachen zu schmeissen. Die sind doch völlig überfordert. Noch mehr Arbeit wegen uns! Stellen Sie sich vor, wenn durch unseren Kaufrausch ein Detailhändler aus Weil plötzlich so viel zu Tun hätte, dass er mehr Mitarbeiter beschäftigen müsste. Diese kosten doch nur Geld! Durch den viel höheren Schweizer-Umsatz müsste er dann noch mehr Steuern bezahlen – SKANDAL! Der Deutsche an sich ist ja von Geburt an Experte, wenn es ums Sparen geht. Schnäppchenjäger und Billig-Junky! Dann noch unnötig Geld für Steuern ausgeben? Geht gar nicht!! Logisch sind wir im grossen Kanton nicht gerne gesehen. Da wollen die Schweizer partout nicht in die EU, aber in der EU einkaufen, das wollen sie dann schon. Ich möchte künftig keinen Deutschen unnötig reicher machen und gelobe mich zu bessern. Ich werde von nun an einen Bogen um Deutschland machen. Und einen Bogen um jeden Deutschen, der sich bei uns bereichert. Wenn Sie mich also demnächst in der Stadt antreffen, wie ich mich im Zickzack-Lauf durch die Strassen schlängle, dann versuche ich nur jedem Deutschen, der bei uns arbeitet aus dem Weg zu gehen.

 

 

 

19. September 2011

Energieeffizient?

 

Man hat es schon nicht leicht im Leben! Zeitdruck da, Termin-Jonglage hier und immer mehr leisten und dies mit geringerem Aufwand. Super. Irgendwann ist schluss! Denkste! Nun sollen wir das alles auch noch energieeffizient und CO2-Neutral tun. In der Schule lernte ich, dass die Schweiz neutral sei. Das war doch schon immer so. Nun müssen wir noch CO2-Neutral werden? Aber was heisst das eigentlich? Was CO2-Neutral bedeuten könnte, kann ich mir mit meinem hundertprozentigen Halbwissen grade noch vorstellen. Weniger Schadstoff beladener Output, oder so. Keinen Mist in die Umwelt pusten. Also, keine Pressemitteilungen mehr, in denen wahnwitzige Entlassungen angekündigt werden. Keine Fussballer-Interviews mehr, bei denen Rasenprofis beweisen, dass sie alles können, ausser Interviews geben. Doch wie wir in unserem Alltag energieeffizient sein sollen, konnte mir bisher keiner erklären. Mit einem Trambillett so viele Fahrten erledigen wie möglich? Ist das energieeffizient? Oder den Laptop-und Handy-Akku nur noch während der Zugfahrt an der Sitzplatzsteckdose aufladen? Bin ich vielleicht schon seit Jahren Vorreiter dieser neuen Erkenntnis und weiss es nur noch nicht? Ich spachtle Tag für Tag viel Energie in mich hinein und nehme effizient an Gewicht zu? Vielleicht sind wir aber auch gar nicht dazu geschaffen energieeffizient und CO2-Neutral zu sein? Das gehört vielleicht gar nicht zu unserer Bestimmung. So wie ein Stück Fleisch vergammelt, wenn man es mehrere Wochen ungekühlt auf dem Wohnzimmertisch liegen lässt. Nicht dass ich dies schon mal ausprobiert hätte! Könnte ja aber sein, dass wir für die Erde so was Ähnliches sind, wie die Mikroben und Bakterien, die das faulende Fleisch wegputzen. Das muss vielleicht so sein? Wir putzen seit Jahren effizient und CO2-Unneutral langsam die Welt weg. Bis am Schluss nichts mehr da ist. Wir nicht und die Welt nicht. Erst dann sind wir energieeffizient und CO2-Neutral. Packen wir’s an...

 

 

 

26. September 2011

Wer hat’s erfunden?

 

Ricola! Ja genau, das ist die Antwort! Das wollen die Zuckerbonbons-Macher aus Laufen aus unseren Mündern hören. Dabei sollen wir möglichst unverständlich sprechen, denn der Mund soll mit ihren süssen Zahnplombenkillern vollgestopft sein... doch Moment! Ich wollte ja gar nicht von Süssigkeiten schreiben, sondern von der Krawallnacht auf dem Voltaplatz. Aber wie komme ich denn nur in dem Zusammenhang auf Ricola? Genau! Wer hat eigentlich die Krawallkultur erfunden? Waren es vor ein paar Wochen die Zürcher? Sind die Scharmützel im St. Johann nur eine billige Kopie der Strassenschlachten an der Limmat? Warum wird eigentlich randaliert? Kann mir das bitteschön mal jemand erklären? Was rechtfertigt nächtliche Unruhen und Sachbeschädigungen von fremdem Eigentum? „Keine Macht dem Geld“ hat einer auf den Voltaplatz geschrieben. „Keine Macht dem Geld“? Warum kommt der erst jetzt?! Ist dem noch nie aufgefallen, dass Geld schon immer ein Machtinstrument war. Vermutlich ist der erst jetzt aus einem 20-jährigen Koma erwacht und musste feststellen, dass die Welt den Mächtigen gehört. Hallo!!?? Ich glaube dies den Chaoten nicht! Den geht es doch nur darum: Krawall machen um des Krawall willen. Statt nur am Voltaplatz zu grillen und chillen nun auch noch Aggressionen stillen. Mit dem Wissen, dass ja sowieso nicht viel passiert, wenn ich von der Polizei erwischt werde, lässt es sich unbeschwerter Scheiben einschlagen und Wände verschmieren. Dies dann noch in einer Gruppe zu erleben gehört zum „Kick“ des Ganzen. Warum man wütet, ist eigentlich Nebensache. Sonntagnacht war es die Macht des Geldes, ein anderes Mal das Abholzen von Bäumen. In einer Zeit, in der sich die Jugendlichen fast nur virtuell in Chatrooms oder im Internet treffen, sollten wir doch froh sein, dass sie mal wieder zusammen kommen und was gemeinsam unternehmen. Nun ja... und wenn sie das nächste Mal die Farbe zu Hause lassen und das Sprichwort „Scherben bringen Glück“ nicht in die Tat umsetzen, habe ich auch nichts dagegen.