7. November 2011

Und plötzlich sind sie da!

 

Die Luft ist rein! Ich schreite langsam durch die Wohnung. Mein Ziel ist die Küche. Dort liegt noch ein Apfel, den ich noch nicht gegessen habe. Ich schau mich um. Niemand da, nur ich! Gut. Der Apfel ist nun in Reichweite. Ich verlangsame meine Atmung. Totenstille. Wie in Zeitlupe öffne ich die Schublade, in dem die Messer auf ihren Einsatz warten. Ein leises Quietschen der Schublade lässt mich innehalten. Hektischer Rundumblick. Niemand aufgeschreckt. Gut. Mit der einen Hand nehme ich langsam das Messer. Mit der anderen Hand greife ich zum Apfel. Nun bringe ich die beiden zusammen und den Apfel mit dem Messer auseinander. Da liegen sie nun, die beiden Apfelteile. UND PLÖTZLICH SIND SIE DA! DIE FRUCHTFLIEGEN. Kann mir einer sagen woher die kommen?

Woher wissen die, wann jemand wo eine Frucht zerteilt? Da erblickt man wochenlang kein Fluginsekt, aber wenn man einen Apfel teilt, schwirren sie dir vor der Nase rum. Da glauben die Menschen, wir hätten das beste Kommunikationssystem. Das bezweifle ich! Die Fruchtfliegen haben das Bessere. Da sitzt irgendwo in einer Kommandozentrale die Funker-Fruchtfliege und späht in die Welt hinaus. Und sobald jemand eine Frucht hervornimmt, funkt sie das Geschwader an. Und eine Sekunde später sind die schon da!

Probieren sie es selber mal aus. Aber es funktioniert nur bei Früchten. Noch so ein Phänomen. Bei Spaghetti oder Pizza bleibt der Funkspruch aus. Kein Interesse. Die heissen ja auch Fruchtfliege und nicht Pastafliege oder so....

Ich habe mal „gegoogelt“ woher diese Fliegen kommen und was ich da gelesen habe, hat mir keine Freude bereitet. So sollen sich diese Fliegen bereits im Obst, welches man kauft eingenistet haben. Eine kleine extra Fleischeinlage also. Darum sind sie so schnell da, wenn man eine Frucht zerteilt. Die werden nicht angefunkt, sondern von mir „befreit“? Puuuh... ich bin mir nicht so sicher, ob ich zukünftig beim Früchteessen diese Information verdrängen kann. Vielleicht kaufe ich stattdessen Gummibären. Da soll es ja auch Fruchtanteile drin haben.

 

 

 

14. November 2011

Alter Schinken

 

Tut es Ihnen nicht auch in der Seele weh? Bisher gehörten Gammelfleisch Skandale zur urdeutschen Eigenheit. Die Deutschen wollen bekanntlich immer nur das Billigste. Logisch, dass man ihnen dann auch das Billigste gibt, das was sonst in den Abfall gehört. Aber dass nun auch mein COOP-Laden um die Ecke auf Deutsch macht, bedrückt mich schon etwas. Bin ich doch ein COOP-Kind bis in die letzte Fleischfaser. Durch und durch COOP-verseucht wie nun das Fleisch in der Fleischtheke. Gut, eigentlich ist das ja nichts Neues. Wer hat zu Hause nicht auch schon das Entrecôte, welches seit drei Tagen im Fleischhimmel flattern sollte in die Pfanne gehauen? Jeder der es überlebt hat weiss, dass man es überlebt. Nun wollten ein paar Mitarbeiter des Grossverteilers etwas gegen das unnötige Wegwerfen von Lebensmittel tun und das ist nun auch wieder nicht recht! Ja, die Welt ist ungerecht! Bisher hatte sich noch niemand beschwert, dass im TV nur alte Schinken zu sehen sind. Aber in der Fleischtheke bei COOP will man sie nicht. Auch der „alte Schinken“ der mich an der Kasse bedient, hat noch keinen Skandal ausgelöst. Das finde ich einen Skandal.  Zuerst werde ich von ihr nicht gegrüsst, prinzipiell. Da hilft auch kein lautes und aufdringliches „Grietzi!!“ meinerseits. Die Dame, deren Ablaufdatum schon seit Urzeiten überschritten scheint, hebt nicht mal den Kopf. Dann legt sie los. In einem horrenden Tempo schabt sie meine Waren über den Scanner und die vielen „Piep-Piep-Piep“ erinnern an eine Schachtel Küken, die gefüttert werden wollen. Ich habe kaum Zeit ihr meine Super-Card unter die Nase zu halten schon überquillt die Ablage nach der Kasse. Sie ist fertig. Da sie grundsätzlich keinen Ton von sich gibt bleibt sie nun regungslos sitzen und wartet bis ich den Betrag vom Monitor abgelesen habe. Ich gebe ihr eine Note und will ihr noch die Münzen nach dem Komma aus dem Portemonnaie suchen. Keine Chance! Sie hat bereits den Zahlvorgang beendet, mir den Kassa Bon mit dem Rückgeld in die Hand gedrückt und beginnt bereits den nächsten Kunden abzufertigen.  Stress pur! Da die Kunden vor mir bereits auch keine Zeit hatten, ihre Waren zu verstauen, vermischen sich die Einkäufe von gefühlten sechs Kunden in der Warenablage nach der Kasse. Gehetzt wie ein junges Reh... OK... wie ein junger Bär, suche ich mir meine Einkäufe zusammen und spüre, dass die Kundin nach mir bereits auch schon abgefertigt wurde. Stau! Dieser alte Schinken an der Kasse gehört entsorgt! Da machen sie alles, damit wir genussvoll und in Ruhe einkaufen können, aber an der Kasse wird man wie schlachtreifes Vieh durch die Kassenboxen getrieben. Ich würde mich nicht wundern, wenn ich mal einen Herzinfarkt beim Einkaufen bekomme und tot umfalle. Dann würde schon wieder vergammeltes Fleisch aus einem COOP-Laden getragen...

 

 

 

21. November 2011

Alles Spam oder was?

 

Gehören Sie auch zu denen, die es nervt, wenn es Leute gibt, die sich nerven? Vor allem wenn sie sich über Spam aufregen! Spam! Was ist das eigentlich? Wenn man nachschlägt heisst es, dass Spam unerwünschte Werbung sei, welche auf elektronische Art und Weise übermittelt werde. Man könne dazu auch Junk sagen. Nun weiss ich, warum Junkies nicht gerne gesehen werden. Also kann man sagen, dass jede Werbung, die an mich gelangt und von mir nicht gesucht wurde, als Spam bezeichnet werden kann. Mir selber macht diese Mailwerbung nichts. Ich kann sie ja wieder löschen. Aber wenn ich ein ganz extremer, ungemütlicher Genosse wäre, dann dürfte ich ja nicht mehr auf die Strasse. Es wimmelt ja an jeder Ecke vor Spam. Jedes Tram mit Werbung auf dem Dach ist ein Spam-Tram. Im Tram selber werde ich regelrecht zugemüllt vor lauter Junk-Werbung in Form von Hängekartons oder Fensteraufkleber. Das würde ich da ja auch nicht wollen. Am PC kann ich die Werbung wegklicken im Tram nicht. Oder wenn ich durch die Stadt laufe müsste ich dies mit Scheuklappen tun. Da werde ich ver-Spamt wo’s nur geht. Die Tafel des Restaurants auf der die Mittagsmenüs angepriesen werden wäre Spam. Die Litfassäule am Marktplatz wäre Spam. Die Leuchtlaufschrift am Barfi wäre Spam, in jeder Zeitung alles nur Spam. Alles, was ich nicht gesucht habe und unerwünscht wäre könnte als Spam abgetan werden. Das würde dann auch auf Personen anwendbar sein. Der Streifenpolizist – den sieht man ja als Autofahrer nicht wirklich gerne – wäre demnach ein Spam-Schugger oder ein Junk-Poli. Darum finde ich, man soll sich doch nicht immer so aufregen, wenn mal eine unerwünschte Werbung in die Mailbox flattert. Die einzige konsequente Art nicht mehr zugemüllt zu werden ist, tot umzufallen. Spam (unerwünschte Werbung) und Junkies (unerwünschte Menschen) gibt es überall. Bulat Tschagajew zum Beispiel. Der Noch-Besitzer des Fussballclub Xamax. Der ist mit seinen Täuschungen, Betrügereien und seiner unsympathischen Erscheinung im höchsten Masse Spam und Junk zugleich! Bei dem wäre man froh man könnte mit ihm das machen, was man mit Spam-Mails tut: löschen!

 

 

 

28. November 2011

Es werde Licht!

 

Endlich ist es wieder soweit. Seit Sonntag darf meine Frau ihre Weihnachtsbeleuchtung am Fenster anknipsen. Dies ohne schlechtes Gewissen, unnötig Strom zu vergeuden und den Fukushimas in unserem Land so ihre Daseinsberechtigung zu stärken. Ich gebe ja zu, da wo wir wohnen würden wir unangenehm auffallen, wenn wir uns der Lichter-Orgie enthalten würden. Die Nachbarn kämen ins Tuscheln. Man würde meinen, wir wären Weihnachtsmüde oder gar Ungläubige, die partout Strom sparen wollen und so gegen den Strom schwimmen. Nein! Meine Frau will auch dazu gehören! So schmückte sie vor zehn Tagen unser grösstes Fenster in der Wohnung mit einem "Lichtervorhang". Jeden Abend schaltete sie die Beleuchtung kurz an, um zu testen ob sie noch funktioniert. Dies immer mit einem Glänzen in den Augen, das oft stärker war als die 85 kleinen Leuchtdioden. Nicht zu verwechseln mit den Leucht-Idioten! Das sind diejenigen, die farbig blinkende, kreisende, flackernde, schrille Leuchtketten lieblos über den Balkon hängen. Statt Weihnachtsfieber, Disco-Fever! Ich finde dies schrecklich. Meine Religionslehrerin bat uns in der ersten Klasse in der Adventszeit ein Lichtlein ins Fenster zu stellen, um das Jesuskindlein zu empfangen. Wenn es Maria schon unbefleckt erhalten sollte, wollen wir es doch mit voller Absicht willkommen heissen. Meine Frau bescheint das Wohnzimmerfenster weder für meine Religionslehrerin noch für einen Zimmermanns-Sohn, nein, sie tut es aus purem Eigennutz. Um in Weihnachtsstimmung zu verfallen. So quasi "Kick-off Christmas". Ich finde es schade, dass wir uns animieren müssen in vorweihnachtliche Stimmung zu kommen. Und da helfen die schrillen Balkon-Flackerer erst recht nicht. Wenn die ihre Weihnachtsdeko anstellen, dann löscht es mir ab!